BUDOW-SHOW in Weikersheim

Ju-Jutsu-Abteilung feierte mit mehreren Gruppen und spektakulären Demonstrationen die zehnjährige Eigenständigkeit


Mit einer großen Kampfsport-Show feierte die Weikersheimer Ju Jutsu-Abteilung am Sonntag ihr zehnjähriges Bestehen. Zahlreiche Gruppen aus der Region zeigten ihr Können.


WEIKERSHEIM. Bis vor zehn Jahren war die heutige Ju Jutsu-Abteilung noch Teil der Turnabteilung im TSV Weikersheim. Die Anfangszeiten des modernen Selbstverteidigungs-Sports reichen bis 1996 zurück. Zehn Jahre ist die Abteilung jetzt schon eigenständig - ein Grund zum Feiern.

Die Grußredner in der Neuen Turnhalle betonten die große Bedeutung der Abteilung für Gesamtverein und Stadt. Turn-Abteilungsleiter Dr. Günther Steinmüller betonte das gute Verhältnis zur früheren Untergruppierung, Dirk Schlenker, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtvereins, würdigte die teils überragenden sportlichen Leistungen der Abteilung ebenso, wie Bürgermeister Klaus Kornberger.

Doch nicht nur im Bereich Spitzensport haben sich die Ju Jutsu-Kämpfer mit vielen nationalen wie internationalen Meistertiteln einen Namen gemacht. Der Breitensport bildet bis heute die Basis für die Sichtung und Förderung von Talenten. Lob für die Sparte Breitensport gab es deshalb auch vom Vizepräsidenten des württembergischen Ju Jutsu-Verband, Johannes Meinikheim. Als Abteilungsleiter des Ju Jitsu Ryu-Ko in Bad Mergentheim ist Meinikheim den Weikersheimern zudem in vielfältiger Weise verbunden.


Viele Facetten gezeigt

Nach den Grußworten startete das große Showprogramm. Abteilungsleiter Friedemann Weller und sein Trainer- und Organisationsteam hatten eine beeindruckende Zahl an Gruppen aus der Region für die Teilnahme gewinnen können - die zahlreichen Zuschauer sahen Kampfsport in vielen Facetten.

Bei den Technikdemonstrationen durch die jüngsten Ju Jutsu-Kämpfer konnten die Zuschauer einige Nachwuchtalente selbst ausmachen - erstaunlich, mit wie viel Dynamik junge Gelbgurte hier teilweise auftraten.

Als "ersten Höhepunkt" kündigte Moderator Michael Weber-Schwarz das Wurf-Programm der Creglinger Brüder Heinz und Fritz Manz an. Beide trainieren seit Jahrzehnten Judo in Rothenburg. Im Jahr 2014 legten sie in hohem Alter - Heinz Manz ist heute 81 Jahre alt - die Prüfung zum Schwarzgut ab. In Weikersheim demonstrierten die Kämpfer Techniken aus der "Nage no Kata" - Würfe aus dem klassischen, japanischen Kodokan-Judo, die höchste Präzision erfordern.

Nach einer weiteren Ju Jutsu-Demonstration durch Jugendliche mit Schlag-, Abwehr- und Falltechniken zeigten die Gäste der Markelsheimer Kung Fu-Gruppe um Cheftrainer Helmut Schmeißer verschiedene Techniken und Übungen, darunter auch eindrucksvolle Katas, aus mehreren Kung Fu-Stilen.

Mit gewaltiger akustischer und sportlicher Wirkung die Würzburger Todoroki-Trommler. Sie zeigten ihre beeindruckende "Arbeit" an den Taikos, großvolumige japanische Trommeln mit einem enormen Sound. Dabei wurde auch die "Tiefendimension" fernöstlich fundierter Sportarten deutlich: Konzentration, Disziplin und Freude verschmelzen zu einem ästhetischen Ganzen.

Immer wieder ein optischer Genuss die fließenden Bewegungen der Weikersheimer Aikido-Kämpfer um Michael Babsia. Er zeigte nach einer Stille-Meditation mit einem Schüler die - trotz Holzschwert-Einsatz -betont defensive moderne japanische Kampfkunst Aikido, die nach einer Auflösung der Verliererrolle strebt.

Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Ju Jutsu im Alltag demonstrierte eine Frauen- Selbstverteidigungs-Gruppe aus Bad Mergentheim. In mehreren Einzelszenen wurde augenfällig, wie einfach, effektiv Frauen aus der Opfer-Situation heraustreten und selbstbewusst einem Grenzen überschreitenden Täter/Mann gegenübertreten können.

Bei den Technikdemonstrationen höher graduierter Weikersheimer Ju Jutsukämpfer wurde bei aller Ernsthaftigkeit auch nicht mit Showeffekten und Humor gespart. Kraftvolle Angriffe, hohe und präzise Abwehr-Kicks und spektakuläre Entwaffnungen gegen Stock- und Messerangriffe - am Schluss gab's viel Applaus für alle teilnehmenden Gruppen der über zweieinhalbstündigen Budo-Show. mrz


© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 19.04.2016